Obertshausener Unternehmen K+M zeigt Werbemittel-Trends

Nachhaltig und mit guter Story. Obertshausen – Umweltfreundlich, unter sozialen Arbeitsbedingungen produziert und fair gehandelt – kaum eine Branche kommt inzwischen noch am Thema Nachhaltigkeit vorbei.

Das trifft auch auf den Handel mit kleinen Geschenken zu, in dem sich die Firma K+M Werbemittel einen Namen gemacht hat. Alljährlich lädt das Obertshausener Unternehmen, dass fast alle DAX- und zahlreiche international agierende Großkonzerne zu seinen Kunden zählt, zur Werbemittel-Messe an den Standort an der Georg-Kerschensteiner-Straße ein. Dort konnten sich gestern mehrere Hundert Vertreter der Kundenunternehmen einen Überblick über die neuesten Trends bei den sogenannten „Give-aways“ verschaffen, jenen kleinen und manchmal auch größeren Werbegeschenken, die Firmen helfen sollen, bei ihren potenziellen Kunden im Gedächtnis zu bleiben.

Bei den Produkten wird Einfallsreichtum groß geschrieben, wie die mehr als 60 Aussteller an ihren Ständen beweisen. Denn allein mit Kugelschreibern, die ein Firmenlogo tragen, lässt sich längst kein Blumentopf mehr gewinnen. Im Fokus steht hingegen mehr und mehr das Thema Nachhaltigkeit, dem sich die Obertshausener bereits seit rund fünf Jahren widmen. „Als wir damals das erste Nachhaltigkeitsseminar zu unserer Messe angeboten haben, nahmen das viele noch nicht so ernst“, erinnert sich Geschäftsführer Roland Liederbach. Das hat sich inzwischen geändert, weiß der Werbeprofi.

Sicher spiele bei seinen Kunden letztlich noch immer das Budget eine große Rolle, aber auch der soziale Aspekt rücke zusehends in den Vordergrund, nicht zuletzt, weil inzwischen auch die Großindustrie nachhaltige Produkte verstärkt nachfrage. „Am Ende des Tages geht dann doch nicht alles nur ums Geld“, ist er sich sicher. Denn auch die Unternehmen profitieren von der zugleich meist höheren Qualität der nachhaltigen Werbemittel. Denn ein wertiges Produkt behalten die Beschenkten in der Regel länger als einen billigen Wegwerf-Artikel – die Wirkung für das Unternehmen steige damit deutlich, so die einfache Rechnung.

Ein weiterer Vorteil der nachhaltig produzierten Give-aways ist die Möglichkeit, mit diesen eine Geschichte zu erzählen und dadurch auch ein gutes Gefühl bei jenen zu wecken, die das kleine Geschenk später überreicht bekommen, wissen die Profis. So etwa bei der neusten Idee, die Sebastian Römer für seinen Arbeitgeber vorstellt: „The Coffeebrewer“ nennt sich die „Mini-Kaffeemaschine“ im Zip-Beutel. Die Verpackung aus Recycling-Kunststoff enthält neben frischgemahlenem Honduras-Bio-Kaffee aus fairem Handel auch einen eingebauten Kaffee-Filter. Tüte auf, heißes Wasser rein – und schon ist der frischgebrühte Koffeinnachschub für unterwegs fertig. Wer möchte, kann die Tüte später wieder mit einem Löffel frischen Kaffeepulvers befüllen und so bis zu 15 mal wiederverwenden, erläutert Römer. Und mit Tee statt Kaffee gibt es das Werbegeschenk mit individueller Botschaft auch.

Das eigene Hobby zum Produkt gemacht hat Steffen Bauschlicher von der Zogi GmbH. Unter dem Label „Bees we love“ können Unternehmen selbst erzeugten Honig als Werbeartikel verschenken. Dabei kaufen Firmen einen oder mehrere Bienenstöcke, um die sich sein Unternehmen kümmert. „Zum Ende des Bienenjahres bekommen die Kunden dann den Honig mit einem individuellen Etikett zum Verschenken“, erläutert Bauschlicher.

Eine Kooperation zum Thema Honig haben auch die Obertshausener von K+M vor rund einem dreiviertel Jahr gemeinsam mit der Deutschen Bahn ins Leben gerufen. Und das „Gleisgold“, das Bienen auf DB-Flächen sammeln, kommt gut an, berichtet Liederbach. So verwundert es auch nicht weiter, dass nachhaltige Werbemittel wie Trinkflaschen aus Recyclingkunststoff oder Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen ebenso im Trend liegen wie Gadgets fürs Smartphone.

 

Von Thomas Holzamer